Willkommen bei der Ev. ref. Kirchengemeinde Wald Michelbach und Siedelsbrunn

Jahreslosung 2012:

„Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

2. Korintherbrief Kapitel 12, Vers 9

Evangelische Kirche Wald Michelbach

Liebe Leserinnen und Leser,


ein Lied vom Aufbruch ins Leben: das bekannte "Hänschen klein". Jedes Kind kennt die Melodie und den Text dazu. Doch der ursprüngliche Liedtext lässt Hänschen nicht sofort zur Mutter zurückkehren - lesen Sie selbst:

Hänschen klein ging allein in die weite Welt hinein. Stock und Hut steht ihm gut, Hans ist wohlgemut. Aber Mutter weinet sehr, hat ja nun kein Hänschen mehr. "Wünsch dir Glück", sagt ihr Blick, "kehre bald zurück".

Sieben Jahr trüb und klar, Hänschen in der Fremde war. Da besinnt sich das Kind, läuft nach Haus geschwind. Doch nun ist's kein Hänschen mehr, nein, ein großer Hans ist er; braungebrannt Stirn und Hand, wird er wohl erkannt?

Eins, Zwei, drei gehen vorbei, wissen nicht, wer das wohl sei? Schwester spricht: "Welch Gesicht?" Kennt den Bruder nicht. Doch da kommt sein Mütterlein, schaut ihm nur ins Aug hinein, ruft sie schon: "Hans, mein Sohn! Grüß dich Gott mein Sohn!"                                                                         (Franz Wiedemann, um 1869)


Der ursprüngliche Liedtext macht Mut zum Aufbruch ins Leben. Und Leben heißt, den eigenen Weg zu gehen. Oft ist es gar nicht so leicht für die Eltern, die Kinder gehen zu lassen. Mit den ersten Schritten und der Aufnahme in den Kindergarten erleben die Kleinen einen Teil ihres Lebens als eigene Welt. Nur so können sie ihre Persönlichkeiten entwickeln, zu eigenständigen und interessanten Menschen werden.

Anfang und Ende Mai haben wir in Siedelsbrunn und Wald-Michelbach zwei Gruppen Jugendliche konfirmiert. Auch hier ist jedes Jahr spürbar: es sind junge Menschen, die einen eigenen, oft anderen Zugang zu Kirche und Religion suchen. Wir versuchen sie ein Jahr lang zu begleiten und ihnen etwas von den christlichen Werten und Traditionen näher zu bringen. Und dann gehen sie ihren Weg. Es ist gut, dass sie gehen. Sie gehen ins Leben und formen ihre eigenen Wertvorstellungen. Nur so können sie zu eigenständigen Erwachsenen werden, die vielleicht etwas beizutragen haben zur Verbesserung unserer gesellschaftlichen Situation.

Was Erwachsene den Kindern und Jugendlichen mitgeben können, wird in dem alten Volkslied beschrieben: Stock und Hut. Der Stock steht für etwas, woran sie sich festhalten können, was sie stützt und stärkt. Dazu gehört sicher die Erziehung, mit der Eltern ihren Kindern mitgeben, was im Leben für sie wichtig ist.

Der Hut steht für etwas, das Geborgenheit und Schutz vermittelt. Gemeint ist die Liebe und das Vertrauen; beides gibt der Seele der Kinder und Jugendlichen die Lebensenergie auch in schwierigen Situationen nicht den Mut zu verlieren.

Vielleicht regt Sie der Originaltext des uralten Kinderliedes selbst zum Weiterdenken an.


Ihnen allen wünsche ich einen schönen Sommer, Ihre

Martina Beyer Pfrin.

schnoerkel